Wer Politik verändern will, ...

Gruppenfoto des Vorstandes

... muss sich einmischen und Gleichgesinnte suchen – wie die Jungsozialisten*innen (Jusos). Wir kämpfen als Arbeitsgemeinschaft der SPD für eine fortschrittliche und sozial gerechte Politik. Jusos sind alle SPD-Mitglieder bis zum 35. Lebensjahr – trotzdem sind die Jusos mehr als nur der SPD-Nachwuchs. Es geht uns nicht darum, Jugendliche für die SPD zu ködern oder der SPD ein jugendlicheres Image zu geben.

Wir wollen Politik besser machen und setzen uns deshalb innerhalb und außerhalb der SPD ein für ...

Soziale Gerechtigkeit, denn der Sozialstaat ist die Grundlage von Chancengleichheit und einem selbstbestimmten würdevollen Leben. In einem Land, das so reich ist wie die Bundesrepublik, darf niemand das Gefühl haben, um Almosen zu betteln, wenn er*sie das soziale Sicherungsnetz in Anspruch nehmen muss. „Sozialschmarotzer“ ist eben nicht, wer auf „Hartz IV“ oder andere Sozialleistungen angewiesen ist, sondern wer keine Sozialabgaben zahlt und in Millionenhöhe Steuern hinterzieht.

Ausbildungs- und Arbeitsplätze, denn junge Menschen haben ein Recht auf Zukunft. Ohne qualifizierte Ausbildung läuft da nichts. Deshalb sind wir für eine Umlagefinanzierung. Betriebe, die nicht ausbilden, sollen für neue Ausbildungsplätze zahlen. Wir müssen Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren. Arbeitszeitverkürzung, Überstundenabbau, Qualifizierung/bessere Bildung und öffentliche Investitionen in zukunftsfähige Branchen sind unsere Vorschläge für eine Politik, die sich gute Arbeit zum obersten Ziel setzt.

Verteilungsgerechtigkeit, denn die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher. Geld ist in der Bundesrepublik mehr als genug da. All das Gejammere über das „arme Deutschland“ ist verlogen. Richtig ist, dass private Vermögen in Deutschland so groß sind wie noch nie zuvor sind und immer größer werden. Allein das private Geldvermögen steigt jedes Jahr um mehrere hundert Milliarden Euro. Freilich merken nur wenige Menschen etwas davon, denn das Geld ist ungerecht verteilt: Ganze 10% der Gesellschaft verfügen über fast 60 % des privaten Geldvermögens. Viele Einkommensmillionär*innen zahlen aber keinen Euro Steuern. Damit muss Schluss sein: Wer viel hat, soll auch mehr Steuern zahlen, denn: Mit Stärke wächst auch immer Verantwortung!

Gleichstellung, denn obwohl im Grundgesetz verankert ist, dass niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden darf, verdienen Frauen meist weniger Geld als Männer, die den gleichen Beruf ausüben. Frauen haben im Durchschnitt zwar die besseren Bildungsabschlüsse, ihre Karrierechancen sind jedoch deutlich schlechter als die ihrer männlichen Kollegen. Oftmals verzichten Frauen (für die Familie) ganz auf die Erwerbstätigkeit, was sich spätestens dann finanziell bemerkbar macht, wenn der Mann als Alleinverdiener ausfällt. Armut ist auch weiblich. Weil wir sehen, das in den Führungsgremien unserer Gesellschaft ungerechterweise oft nur Männer vertreten sind, fordern wir eine Verpflichtung zur Gleichstellung! Denn Gleichberechtigung reicht nicht, wenn einer Frau nicht einmal erlaubt wird, diese Gleichberechtigung zu erfahren. In der Praxis hei?t das: 50 zu 50 Geschlechterverteilung in vielen Bereichen unserer Gesellschaft.

Toleranz und Solidarität, denn Ausländer*innen, Menschen mit Behinderung, Schwule und Lesben, die mit uns in diesem Land zusammenleben, dürfen nicht schlechter gestellt oder gar ausgegrenzt werden. Rechtsextremismus und Intoleranz stellen sind mit uns Jusos nicht vereinbar.

Frieden, denn viele Kriege haben deutlich gezeigt, dass Krieg keine Lösung für politische Konflikte sein kann. Bomben treffen immer auch die Zivilbevölkerung und vergrößern das Leid, das sie eigentlich beseitigen sollten. Außenpolitik ist für Jusos immer auch Friedenspolitik – Waffenexporte und Angriffskriege lehnen wir ab.

Bessere Bildung, denn Schulen und Hochschulen sind undemokratisch und oftmals auch langweilig und altmodisch in ihren Unterrichtssystemen. Meist entscheidet die finanzielle Situation der Eltern darüber, welche Schullaufbahn, welchen Schulabschluss und welchen Beruf letztlich ein junger Mensch ergreifen kann. Wir meinen, dass Chancen niemals vom Geldbeutel der Eltern abhängen dürfen. Alle Jugendlichen müssen ihren Bildungsweg selbst bestimmen können und dürfen dabei nicht an finanziellen Hürden scheitern.

Das sind nur einige der Themen, mit denen sich die Jusos beschäftigen. In der Politik geht es um unterschiedliche Interessen. Welche Interessen durchgesetzt werden, hängt davon ab, wie viele sich dafür einsetzen. Konkret: Wie viele ihren Hintern hochbringen, auf die Straße gehen, auf Versammlungen, in Schule oder Betrieb für Veränderungen kämpfen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gruppen wissen wir Jusos, dass es nicht viel bringt, nur für eine Sache allein zu kämpfen. Politik ist komplizierter: wer z.B. effektiven Umweltschutz betreiben will, muss auch viel von Wirtschaftspolitik und unserem Rechtssystem verstehen. Auf komplizierte Fragen gibt es eben nur selten einfache Antworten. Für unsere Ziele streiten wir „in“ und „mit“ der SPD, denn nicht alle unsere Forderungen stoßen in unserer „Mutterpartei“ auf ungeteilte Zustimmung. Nur auf diesem Weg lässt sich was in der „großen“ Politik bewegen! Und die wollen wir nicht den Anderen überlassen! Jusos arbeiten vor Ort, machen Veranstaltungen, organisieren Demonstrationen. Sie kämpfen in den Kommunalparlamenten, ebenso wie gemeinsam mit Bürgerinitiativen, Verbänden und Gewerkschaften. Die Juso-Arbeitsgemeinschaften kämpfen in den Kommunen für das Einsetzen von Nachtbussen, die Schaffung von Jugendtreffs, eine bessere Computer-Ausstattung der Schulen oder die Einrichtung von Jugendparlamenten. In Schulen und an den Unis gibt’s eigene Juso-Gruppen, die sich für mehr Chancengleichheit, für mehr Demokratie und andere Lehrmethoden und Inhalte im Bildungssystem einsetzen. Wir Jusos wollen nicht einfach nur regiert werden; wir wollen mitbestimmen, unter welchen Bedingungen wir in der Zukunft einmal leben und arbeiten werden.

Wer soll denn etwas ändern, wenn nicht wir? Und wann, wenn nicht jetzt?

Um politische Alternativen zu erarbeiten, führen die Jusos immer wieder Wochenendseminare und Fachtagungen durch, an denen alle teilnehmen können, die an einem linken Gesellschaftsbild mitarbeiten will. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Publikationen (Zeitschriften, Broschüren, Info-Briefe), die über die aktuellen Themen der Jusos informieren.